Glaskunst Seitenkapelle
Die nachstehenden Ausführungen zu den Fenstern in der Seitenkapelle (ehemals Taufkapelle) wurde mit KI erstellt, ob diese Deutungen mit den Vorstellungen der Künstlerin beim Entwurf des Fensters übereinstimmen, kann nicht belegt werden.
Im allgemeinen macht es aber den Eindruck einer stimmigen Interpretation.
I. Ordnung und Deutung des gesamten Fensterzyklus
Auf Basis aller gezeigten Fenster ergibt sich ein geschlossener theologischer und dramaturgischer Ablauf, typisch für die moderne Nachkriegssakralkunst (ca. 1955–1970).
🪟 1. Christus
Figürliche Christusdarstellung
→ Erlösung, Inkarnation, Mitte des Glaubens
🪟 2. Wasser & Fische
Symbolische Darstellung von Fisch und Wasser
→ Taufe, Gemeinde, christliche Existenz
🪟 3. Lebensbaum / Kreuz aus der Quelle
Baum-/Kreuzmotiv mit Wasser und Trinitätssymbol
→ Heilsgeschehen, Leben aus dem Kreuz, Dreifaltigkeit
🪟 4. Feuer / Flamme
Abstrakte Flammenform
→ Heiliger Geist, Pfingsten, Sendung
🪟 5. Kelch
Abstrakter Kelch im liturgischen Raum
→ Eucharistie, Opfer, Gemeinschaft
🪟 6. Herz / Zentrum
Rote Kernform im schützenden Raum
→ Liebe Christi, Mensch im Raum Gottes
🪟 7. Dunkelheit / Leere
Dunkles, offenes Zentrum
→ Tod, Grab, Schweigen, existenzielle Glaubenserfahrung
🪟 8. Inneres Licht / Sammlung
Rotes Zentrum in ruhiger Farbigkeit
→ Bleibende Gegenwart, Hoffnung, Meditation
🔑 Gesamtlogik
Der Zyklus ist kein Bilderbuch, sondern ein geistlicher Weg:
Christus → Sakramente → Geist → Mensch → Dunkelheit → Hoffnung
II. Kunsthistorische Gesamtbeschreibung (kompakt & zitierfähig)
Geschlossener Zyklus moderner sakraler Glasmalerei,
ausgeführt in abstrakt-expressionistischer Formensprache mit starken Bleiruten, reduzierter Farbpalette und symbolischer Ikonografie.Die Fenster verzichten weitgehend auf narrative Darstellungen zugunsten ikonischer und abstrakter Bildzeichen, die zentrale Inhalte christlicher Theologie thematisieren: Christus, Taufe, Kreuz und Auferstehung, Heiliger Geist, Eucharistie, menschliche Existenz, Dunkelheit und Hoffnung.
Der Zyklus folgt einer bewusst dramaturgischen Abfolge, die von der Erlösung über die sakramentale Erfahrung bis hin zu existenzieller Glaubensprüfung und meditativer Sammlung führt.
Stilistisch ist die Arbeit der Nachkriegssakralkunst Mitteleuropas zuzuordnen und zeigt deutliche Einflüsse des Expressionismus und der informellen Kunst, verbunden mit liturgischer Reformtheologie.
Die einheitliche Gestaltung spricht für einen Entwerfer und eine ausführende Glasmalerei-Werkstatt sowie für ein geschlossenes künstlerisches und theologisches Gesamtkonzept.
1.
Täufling (?).
Agnes Mann, 1965
Fenster in der Taufkapelle,
Antikglas/Blei/Schwarzlot
🖼️ Motiv & Darstellung
- Dargestellt ist Christus, sehr wahrscheinlich der Auferstandene oder Christus Pantokrator in moderner Deutung
- Ausgebreitete Arme, frontale Haltung → Symbol für Erlösung, Opfer und Sieg über den Tod
- Stark vereinfachte Anatomie: lange Gliedmaßen, schematische Füße, maskenhaftes Gesicht
- Keine erzählerische Szene, sondern ikonisches Einzelmotiv
🎨 Stilistische Einordnung
✅ Moderne Glasmalerei (Nachkriegszeit)
Sehr typisch für ca. 1950–1975, besonders im kirchlichen Kontext.
Kennzeichen:
- Sehr dicke Bleiruten / Schwarzlot-Konturen
- Reduzierte Farbpalette:
- Rot (Leiden, Opfer, Passion)
- Weiß (Auferstehung, Reinheit, Licht)
- Blau (Transzendenz, Himmel)
- Abstrakt-expressiver Stil, keine naturalistische Darstellung
🕍 Historischer & theologischer Kontext
Nach dem Zweiten Weltkrieg veränderte sich die kirchliche Kunst stark:
- Abkehr von:
- Historismus
- süßlicher, idealisierter Frömmigkeitskunst
- Hinwendung zu:
- Existenzialismus
- Leid, Menschlichkeit, Hoffnung
- klarer, direkter Bildsprache
Diese Figur wirkt:
- menschlich verletzlich, nicht heroisch
- bewusst archaisch und zeitlos
- spirituell intensiv statt dekorativ
2.
Fische.
Agnes Mann, 1965
Fenster in der Taufkapelle,
Antikglas/Blei/Schwarzlot
🖼️ Motiv & Symbolik
Dargestellt sind zwei Fische, die sich durch bewegtes Wasser winden.
Zentrale Bedeutung:
- Fisch (Ichthys) = eines der ältesten Christus-Symbole
- Akronym für „Jesus Christus, Gottes Sohn, Erlöser“
- Zwei Fische:
- Gemeinschaft der Gläubigen
- Dualität (Menschliches / Göttliches)
- Bezug zur Speisung der Fünftausend
- Wasser:
- Taufe
- Leben
- Erneuerung
- Heiliger Geist
🎨 Stilistische Einordnung
✅ Moderne Glasmalerei (ca. 1950–1970)
Typische Merkmale:
- Sehr starke Schwarzlot- bzw. Bleikonturen
- Expressive Farbflächen, keine Perspektive
- Bewegte, rhythmische Linien → fast musikalisch
- Reduzierte, symbolisch aufgeladene Farben:
- Rot → Leben, Opfer, Christus
- Blau → Wasser, Geist, Transzendenz
- Weiß → Licht, Reinheit
🕍 Kunsthistorischer Kontext
Dieses Fenster gehört klar zur Nachkriegs-Sakralkunst:
- Entstanden nach:
- Zweitem Weltkrieg
- theologischer Neuorientierung
- Kirchen wollten:
- einfache, verständliche Bildsprache
- Symbole statt komplexer Bildzyklen
- Sehr häufig in:
- Taufkapellen
- Seitenschiffen
- Krankenhaus- und Klosterkirchen
- Teil eines thematischen Fensterzyklus
- Christus
- Taufe / Wasser
- Jünger / Gemeinde
3.
Baum.
Agnes Mann, 1965
Fenster in der Taufkapelle,
Antikglas/Blei/Schwarzlot
🖼️ Motiv & Symbolik
Das zentrale Motiv ist ein Baum bzw. Kreuz-Baum, der aus Wasser wächst.
Deutung der einzelnen Elemente:
🌳 Baum / Kreuz
- Die senkrechte Form ist bewusst doppeldeutig:
- Baum des Lebens
- Kreuz Christi
- In der christlichen Symbolik verschmelzen beide:
- das Kreuz wird zum Lebensbaum
- Die dunkle Farbe verstärkt den Ernst und die Tiefe
🔴 Rote Kreise (Früchte)
- Früchte des Lebensbaumes
- zugleich Anspielung auf:
- Wundmale Christi
- Blut, Opfer, Erlösung
- Die Anzahl wirkt nicht zufällig, sondern rhythmisch gesetzt
💧 Wasser unten
- Quelle, aus der der Baum wächst
- Taufe, neues Leben
- Verbindung zu deinem Fisch-Fenster
✨ Drei weiße Kreise oben
- Sehr starkes Symbol:
- Trinität (Vater, Sohn, Heiliger Geist)
- Gleichzeitig:
- Licht
- göttliche Gegenwart
🎨 Stilistische Einordnung
✅ Moderne expressionistische Glasmalerei
ca. 1950–1970
Typische Merkmale:
- Massive Schwarzlot-/Bleikonturen
- Flächige, kräftige Farben
- Keine Perspektive, keine Tiefe
- Archaische, fast ikonengleiche Wirkung
📌 Kurzfazit
Symbolisches Lebensbaum-/Kreuz-Fenster,
moderne expressionistische Sakralkunst,
1950–1970,
4.
Flammen.
Agnes Mann, 1965
Fenster in der Taufkapelle,
Antikglas/Blei/Schwarzlot
🖼️ Motiv & Symbolik
Dargestellt ist eine Flamme / Feuer, klar abstrahiert und mehrteilig aufgebaut.
Deutung:
- 🔥 Feuer steht für:
- den Heiligen Geist
- die Pfingstflammen
- göttliche Gegenwart und Inspiration
- Die mehrteilige Flamme kann gelesen werden als:
- die Ausgießung des Geistes auf viele
- Einheit in Vielfalt
- Die umgebenden blauen Flächen:
- Welt, Mensch, Alltag
- Kontrast zwischen göttlicher Energie und irdischer Umgebung
🎨 Stilistische Einordnung
✅ Moderne expressionistische Glasmalerei
Typische Merkmale (wiederkehrend in allen Fenstern):
- Sehr starke Schwarzlot- und Bleikonturen
- Flächige, leuchtende Farben
- Reduktion auf wenige, theologisch aufgeladene Farben:
- Rot → Geist, Liebe, Opfer
- Weiß → Licht, Wahrheit
- Blau → Welt, Wasser, Transzendenz
- Dynamische Linienführung
Die Wirkung ist:
- spirituell intensiv
- meditativ
- bewusst archaisch
📌 Kurzfazit
Abstrahierte Pfingstflamme / Symbol des Heiligen Geistes,
moderne expressionistische Glasmalerei,
5.
Freie Komposition.
Agnes Mann, 1965
Fenster in der Taufkapelle,
Antikglas/Blei/Schwarzlot
🖼️ Motiv & Deutung
Im Zentrum steht ein roter Kelch / Gefäß, stark abstrahiert, umgeben von konzentrischen, fast schützenden Formen.
Wahrscheinlichste Lesart:
- 🍷 Kelch der Eucharistie
- Blut Christi
- Abendmahl
- Opfer und Gemeinschaft
- Die umlaufenden Formen:
- Gemeinschaft der Gläubigen
- schützender Raum der Kirche
- liturgische Ordnung
- Das Weiße:
- Licht
- Präsenz Christi
- Das Blau:
- Transzendenz
- geistiger Raum
🎨 Stilistische Einordnung
✅ Moderne abstrakt-expressionistische Glasmalerei
ca. 1950–1970
Wiederkehrende Merkmale im Zyklus:
- Sehr starke Bleiruten
- Organisch-geometrische Flächen
- Reduktion auf Grundfarben
- Kein erzählerisches Detail
📌 Kurzfazit
Abstrahierte Eucharistie-Darstellung (Kelch),
moderne abstrakt-expressionistische Glasmalerei,
6.
Freie Komposition.
Agnes Mann, 1965
Fenster in der Taufkapelle,
Antikglas/Blei/Schwarzlot
🖼️ Motiv & Bildidee
Im Zentrum steht eine rote Form, klar eingefasst von Weiß und umgeben von Blau- und Violetttönen. Alles ist von den typischen schweren Bleiruten zusammengehalten.
Mögliche, sehr gut begründete Lesarten:
🔴 Zentrum / Kern
- Herz
- inneres Feuer
- göttlicher Funke
- Gegenwart Christi „im Inneren“
⚪ Weiße Rahmung
- Licht
- Schutz
- Offenbarung
- das „Umgebende“ Gottes
🔵 Blau & Violett
- Stille
- Transzendenz
- Nacht / Meditation
- Erwartung
🎨 Stilistische Einordnung
✅ Abstrakt-expressionistische Glasmalerei
ca. 1955–1970
Hier zeigt sich besonders:
- Einfluss der informellen Kunst
- bewusste Vermeidung klarer Gegenstände
- Konzentration auf Farbe als Bedeutungsträger
Die Linien sind:
- ruhig
- fast schützend
- weniger aggressiv als in den dramatischeren Fenstern
🕍 Rolle im Gesamtzyklus
Innerhalb des gesamten Programms wirkt dieses Fenster wie:
- ein Meditationsbild
- ein Ort der Sammlung
- eine visuelle „Pause“
Nach:
- Leid
- Dunkelheit
- Leere
…zeigt es:
Bleibende Gegenwart – leises Licht im Inneren.
Solche Fenster sitzen oft:
- in einer Seitenkapelle
- nahe dem Altar
- oder an einem Ort des persönlichen Gebets
Abstraktes Meditations- und Präsenzfenster,
moderne symbolische Glasmalerei,
ruhiger Baustein innerhalb eines geschlossenen sakralen Fensterzyklus.
7.
Freie Komposition.
Agnes Mann, 1965
Fenster in der Taufkapelle,
Antikglas/Blei/Schwarzlot
🖼️ Motiv & Bildwirkung
Im Zentrum steht eine dunkle, fast leere Form, umgeben von Rot, Weiß und Blau, stark gefasst durch schwere Bleikonturen.
Zentrale Lesart: Leere – Nacht – Übergang
Das Fenster zeigt nicht etwas, sondern einen Zustand.
Mögliche, sich ergänzende Deutungen:
⚫ Leere / Dunkelheit
- Abwesenheit
- Tod
- Grab
- Nacht des Glaubens
- Schweigen Gottes
🔴 Rotes Umfeld
- Leid
- Passion
- Opfer
- menschliche Erfahrung
⚪ Weiße Linien
- Hoffnung
- Licht, das bleibt
- göttliche Präsenz trotz Dunkelheit
🔵 Blaue Zonen
- Transzendenz
- Tiefe
- Erwartung
🎨 Stilistische Einordnung
✅ Abstrakt-expressionistische Glasmalerei
ca. 1955–1970
Hier ist der Stil am radikalsten:
- kaum ikonografische „Hilfen“
- maximale Reduktion
- starke emotionale Wirkung
- Nähe zu informeller Kunst
Dieses Fenster verlangt Meditation, kein Lesen.
🕍 Platz im Gesamtzyklus (sehr wichtig)
Wenn man den gesamten Zyklus zusammenfasst, ergibt sich nun eine theologisch sehr reife Dramaturgie:
- Christus
- Taufe / Wasser
- Lebensbaum / Kreuz
- Geist / Feuer
- Eucharistie
- Herz / Mensch im göttlichen Raum
- Dunkelheit / Schweigen / Erwartung
📌 Kurzfazit
Radikal abstraktes Meditationsfenster,
moderne Nachkriegs-Sakralkunst,
ca. 1960,
bewusster Abschluss eines tief durchdachten Kirchenfenster-Zyklus.
8.
Freie Komposition.
Agnes Mann, 1965
Fenster in der Taufkapelle,
Antikglas/Blei/Schwarzlot
🖼️ Motiv & mögliche Deutung
Im Zentrum steht eine rote, schalen- oder herzförmige Form, umfangen von hellen und dunklen Flächen, eingebettet in ein stark gegliedertes Raster.
Wahrscheinlichste Lesarten (sie schließen sich nicht aus):
❤️ Herz / Zentrum
- Herz Christi (nicht sentimental, sondern abstrakt)
- Zentrum des Glaubens
- Liebe, Hingabe, Opfer
🛡️ Schutzraum / Hülle
- Die umlaufenden Formen wirken wie:
- Umarmung
- Schutz
- Geborgenheit
- Lesbar als:
- Kirche als Raum
- Gemeinschaft
- göttlicher Schutz
🕊️ Mensch im göttlichen Raum
- Die helle, fast figurenhafte Form im Inneren kann als:
- Mensch vor Gott
- Seele
- Getaufter
gelesen werden
🎨 Stilistische Einordnung
✅ Abstrakt-expressionistische Glasmalerei
Typische Merkmale:
- Massive Bleiruten
- Flächige Farbblöcke
- Reduktion auf Symbolfarben:
- Rot → Liebe, Opfer, Leben
- Weiß → Licht, Präsenz
- Blau → Transzendenz
- Dunkel → Welt, Leid, Tiefe
- Keine Perspektive, kein Narrativ
🕍 Platz im Gesamtzyklus
Dieses Fenster wirkt wie ein Zusammenfassungs- oder Meditationsfenster:
Nach:
- Christus
- Taufe (Wasser/Fische)
- Lebensbaum/Kreuz
- Geist (Feuer)
- Eucharistie (Kelch)
…zeigt dieses Bild das Ergebnis:
den Menschen im Raum der göttlichen Liebe.
📌 Kurzfazit
Abstraktes Herz-/Zentrums-Fenster,
moderne symbolische Sakralkunst,
1955–1970,
Schlüsselmotiv innerhalb eines stringenten Kirchenfenster-Zyklus







